Taucherbrillen und Bikinis

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat sich heute viel Zeit für uns genommen. Hunderte Fotos mußten geschossen werden. Jede Delegation bekam ihr Gruppenfoto, die Koblenzer aus ihrer Heimat Rheinland-Pfalz ganz besonders und dann noch einmal alle zusammen. Aber vorher gab es auch inhaltliches zu besprechen. Im Fischglas ging es 75 Minuten munter hin und her.  Die Diskussion stand unter dem Motto "Jung denken - Europa gestalten". Und genau das waren auch die Themen, die den 150 Jugendlichen im Bundesrat unter den Nägeln brannten.

Unter der Leitung von Hannah und Velten ging es um die Liberalisierung von Canabis, um Nationalismus, den Brexit, die Zukunft der Deutsch-Französische Achse in Europa, um Kultur-vermittlung für Flüchlinge und um den Ausbau von Mitbestimmungsmöglichkeiten für junge Menschen. Dabei nahm sie immer wieder Bezug auf Joachim Gauck. Sein Satz "Die Freiheit des Erwachsenen heißt Verantwortung" gefalle ihr besonders gut, denn er mache deutlich, dass Demokratie ohne die Menschen und ihr Engagement nicht machbar sei. Das größte Problem der EU zur Zeit sei das Erstarken des nationalen Denkens. So seien notwendige solidarische Lösungen zur Zeit nicht möglich. Angesichts der bevorstehenden Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag der Römischen Verträge sollten wir uns die Frage stellen: In welchem Europa wollen wir leben. Die  EU-Kommission habe in ihrem Weißbuch zur Zukunft der EU fünf Szenarien zur Diskussion gestellt, um deutlich zu machen, dass die Zukunft offen sei und wir sie mitgestalten müssten. Zum Abschluß rief sie die Jugendlichen dazu auf, sich an den Pulse of Europe Demonstrationen zu beteiligen um zu zeigen, dass ihnen Europa am Herzen liege; frei nach dem Motto von Albert Einstein: "Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben."  Die Jugendlichen haben sich in der Fishbowl-Diskussion mit Malu Dreyer sehr gut geschlagen, denn sie waren bestens vorbereitet. Und dank Bikini und Taucherbrille ist auch niemand baden gegangen.